Stein auf Stein
Stein auf Stein
»Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten.«
Aristoteles (griech. Philosoph, 384-322 v. Chr.)
Jedes Mal, wenn ich per Fahrrad durch die Straßen Heimatstadt rolle, kommen mir fünf Buchstaben und ein Satzzeichen in den Sinn.
„ Warum?“
Warum werden alle Grünflächen der Reihe nach strategisch abgeholzt? Warum zieht man ein Reihenhaus nach dem nächsten hoch? Und warum stellt man die derart eng zusammen, dass man, wenn man mal den Kopf aus dem Fenster steckt, schon im Nachbarhaus hängt? Okay, Eigenheim schön und gut, aber ist das wirklich so toll, wenn man sich gar nicht mehr bewegen kann? Deswegen heißen die geklonten Gebäude ja auch „Immobilien“. „Immobilität“ bedeutet nämlich keinesfalls „eine Immobilie besitzend“, sondern „Unbeweglichkeit“ (im Militär wird damit auch der Zustand fehlender Kriegsausrüstung und Kriegsbereitschaft (von Truppen) bezeichnet).
Mittlerweile steht an jeder zweiten Straßenecke ein halbfertiges Haus, mit einer Lehmgrube als Vorgarten und Fensterdekoration, auf der steht „ Mich kann man kaufen!“. Prostitution der Eigenheime, schlimmer kann’s doch kaum noch kommen.
Und das schlimmste ist ja wirklich, dass die ganzen modernen Reihenhäuser alle absolut gleich aussehen. Wenn man da den Nachbarn besucht und er auffordert, sich „wie zu hause“ zu fühlen... kann man das überhaupt noch verhindern?
Ich bin ja mal gespannt, wann sich das erste Mal gravierende Baufehler einschleichen, wie auf dem folgenden Bild:

