San Martino - River Island

Dec 16, 2004 at 00:40 o\clock

Beruferaten

Beruferaten

 

»Das Wichtigste im Leben ist die Wahl des Berufes.

Der Zufall entscheidet darüber.«

Blaise Pascal (frz. Mathematiker u. Philosoph, 1623-1662)

 

 

Als wir damals in der Schule gezwungen wurden, der Dame vom Berufsinformationszentrum zuzuhören, um über die verschiedenen Berufe informiert zu werden und uns alsbald für einen davon zu entscheiden, ja, damals sah das Bild von mir und einigen meiner Freunde noch so aus:

Ich wollte unbedingt eine Schreinerlehre machen, um später ein Architekturstudium anzuschließen und letztendlich Innenarchitekt werden.

Andre hatte zuerst die Idee, Psychologe zu werden, später änderte sich das dann in Lehrer für Pädagogik und Sozialwissenschaften.

Sascha wollte zuerst ein Studium absolvieren, entschloss sich aber nach dem Praktikum bei der Telekom doch zu einer Ausbildung im technischen Bereich.

Christopher hatte schließlich den ehrgeizigsten Plan. Er wollte Arzt werden. Sein Vorsatz hielt sich auch am längsten, bis zu Beginn seines Zivildienstes im Krankenhaus.

Irgendwie kommt aber doch immer alles anders, als man denkt und so fing Andre im Herbst 2004 ein Studium für die Lehramtsfächer Latein und Philosophie an, Sascha wurde zum Wehrdienst zuerst nach Budel (Niederlande) und nach der Grundausbildung nach Köln geschickt. Jetzt hat er sich bei Siemens beworben, die genaue Berufsbezeichnung hab ich mir nicht merken können.

Christopher entschied sich für den Zivildienst und bekam eine Stelle im Krankenhaus. Jetzt zieht er statt des Medizinstudiums eine Ausbildung bei der Polizei in Betracht.

Ich wurde ausgemustert, fing ein Praktikum bei einem Schreiner an, bekam Ausschlag und schließlich den Ratschlag meines Hautarztes, einen Bürojob zu machen.

Also suchte ich nach einer Ausbildungsstelle als Mediengestalter. Die Chance, eine solche Stelle zu bekommen, ist in etwa genauso groß wie den Sechser im Lotto zu haben. Ohne einen Schein auszufüllen...

Nachdem mir also klar wurde, dass meine Zukunft ganz schnell überdacht werden sollte, entschied ich mich doch noch zu einem Studium.

Da ich mich selbst nicht als Lehrer sehe, blieb nur der Magisterstudiengang. Als Hauptfach war Anglistik gesetzt, schließlich das einzige Fach, in dem ich in der Schule annehmbare Leistungen zustande gebracht hatte.

Nun blieben noch zwei Fächer, die ich irgendwie belegen musste. Also entschied ich mich für Politikwissenschaften und Soziologie. Nicht aus purem Interesse (damals, heute ist das anders, vielleicht auch notgedrungen) und weil mein Berufsziel jetzt Journalist ist. Und da es immer Politik gibt, gibt’s darüber auch immer Berichterstattung.

Mal sehen, was draus wird. Falls natürlich die Politikverdrossenheit so groß wird, dass die Politik in der Presse keine Rolle mehr spielt, bin ich natürlich am... ja, doch schon am Arsch.

Allerdings wäre ich es als Mediengestalter oder Schreiner früher oder später auch.

Vielleicht ist Lehrer doch nicht so schlecht...