Straßenbau auf Ibiza
Baupolitik auf den Inseln
Kein gutes Haar an der Baupolitik der Balearen lässt die
Umweltschutzorganisation Greenpeace in ihrem Bericht „Destrucción a toda costa
2007“. Hinter dem Arbeitstitel versteckt sich ein Wortspiel, das sich am
treffendsten mit „Zerströrung (an der Küste) um jeden Preis“ übersetzen lässt.
Während Formentera in keiner Weise erwähnt wird, fällt viel Schatten auf
Ibiza und vor allem Mallorca. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie des
Instituts für Nachhaltigkeit (OSE) hat die bebaute Fläche – Straßen mitgerechnet
– in den vergangenen zehn Jahren um 41,4 Prozent zugenommen. Damit sind die
Balearen spanienweit Spitzenreiter. Greenpeace kritisierte in diesem
Zusammenhang eine Politik, die „auf Beton und Asphalt basiert und die Zerstörung
der fragilen Inselnatur“ nach sich zieht.
Auf Ibiza prangert Greenpeace
konkret den geplanten Sporthafen in Portinatx an (dem allerdings noch sämtliche
Genehmigungen fehlen), die sporadischen Einleitungen von ungeklärten Abwässern
in Ses Figueretes (seltsamerweise nicht jene im Hafen Ibiza Nueva), und die sich
in der Planungsphase befindlichen Golfplätze in Sant Josep und Sant
Antoni.
In ihrem Jahresbericht legen die Umweltschützer gleichzeitig einen
Maßnahmenkatalog vor, mit dem der fortschreitenden Zubetonierung der Inseln
entgegengewirkt werden soll. Darin appellieren sie an Politik und Justiz,
stärker als bisher gegen Verstöße bestehender Gesetze und Richtlinien
vorzugehen. Weiter plädieren sie unter anderem für eine Quote, nach der die
Gemeinden Baugenehmigungen nur dann erteilen dürften, wenn es das
Bevölkerungswachstum erfordert.
Der balearische Verband der Baufirmen
sieht hingegen noch Spielräume bei der Erschließung der Inseln. „Selbst wenn bis
zum Jahr 2020 in ähnlichem Rhythmus weitergebaut wird, werden dann nur sechs
Prozent des gesamten Territoriums baulich erschlossen sein“, sagte
Verbandspräsident Manuel Gómez. In den Region Valencia und Katalonien sei die
Baudichte schon jetzt deutlich höher.

