Ibiza

03.09.2007 um 10:17 Uhr

Formentera bietet Yachtbesitzer zur Kasse

von: clubibiza   Stichwörter: ibiza, yacht, formentera

Formentera – Ankern nur gegen Bares

Formenteras Inselrätin für Umweltschutz, Silvia Tur (Gent per Formentera), will ab nächsten Sommer Yachtbesitzer zur Kasse bitten. Die Idee: Wer in den Gewässern der Insel den Anker wirft oder an einer dafür vorgesehenen Boje festmacht, soll eine Liegeplatzabgabe zahlen. Die wird sich vermutlich nach der Länge des Bootes und der Anzahl der Passagiere richten. „Wir wollen damit vor allem zwei Dinge erreichen“, sagte Tur bei der Ankündigung des Vorhabens Anfang August, „erstens eine bessere Kontrolle über das maritime Schutzgebiet, und zweitens eine gesicherte Finanzierung des Umweltressorts“.

Tur erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass der Inselrat Formentera erst kürzlich seine Arbeit aufnahm und dessen Finanzierungsmodell noch auf wackeligen Füssen stehe. Doch ehe Turs Umweltressort Yachttouristen als Einnahmequelle anzapfen darf, muss noch das balearische Umweltministerium sein Einverständnis geben. „Ich erwarte von der Mitte-Links-Regierung in Palma aber keinen Widerspruch“, zeigte sich Tur optimistisch.

03.09.2007 um 10:16 Uhr

Straßenbau auf Ibiza

von: clubibiza   Stichwörter: ibiza, Straßenbau, Politik

Baupolitik auf den Inseln

Kein gutes Haar an der Baupolitik der Balearen lässt die Umweltschutzorganisation Greenpeace in ihrem Bericht „Destrucción a toda costa 2007“. Hinter dem Arbeitstitel versteckt sich ein Wortspiel, das sich am treffendsten mit „Zerströrung (an der Küste) um jeden Preis“ übersetzen lässt.


Während Formentera in keiner Weise erwähnt wird, fällt viel Schatten auf Ibiza und vor allem Mallorca. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Nachhaltigkeit (OSE) hat die bebaute Fläche – Straßen mitgerechnet – in den vergangenen zehn Jahren um 41,4 Prozent zugenommen. Damit sind die Balearen spanienweit Spitzenreiter. Greenpeace kritisierte in diesem Zusammenhang eine Politik, die „auf Beton und Asphalt basiert und die Zerstörung der fragilen Inselnatur“ nach sich zieht.

Auf Ibiza prangert Greenpeace konkret den geplanten Sporthafen in Portinatx an (dem allerdings noch sämtliche Genehmigungen fehlen), die sporadischen Einleitungen von ungeklärten Abwässern in Ses Figueretes (seltsamerweise nicht jene im Hafen Ibiza Nueva), und die sich in der Planungsphase befindlichen Golfplätze in Sant Josep und Sant Antoni.
In ihrem Jahresbericht legen die Umweltschützer gleichzeitig einen Maßnahmenkatalog vor, mit dem der fortschreitenden Zubetonierung der Inseln entgegengewirkt werden soll. Darin appellieren sie an Politik und Justiz, stärker als bisher gegen Verstöße bestehender Gesetze und Richtlinien vorzugehen. Weiter plädieren sie unter anderem für eine Quote, nach der die Gemeinden Baugenehmigungen nur dann erteilen dürften, wenn es das Bevölkerungswachstum erfordert.

Der balearische Verband der Baufirmen sieht hingegen noch Spielräume bei der Erschließung der Inseln. „Selbst wenn bis zum Jahr 2020 in ähnlichem Rhythmus weitergebaut wird, werden dann nur sechs Prozent des gesamten Territoriums baulich erschlossen sein“, sagte Verbandspräsident Manuel Gómez. In den Region Valencia und Katalonien sei die Baudichte schon jetzt deutlich höher.