Weblog von Patricia Wegenast

Jun 1, 2007 at 12:19 o\clock

Gustavo Dudamel en la Alte Oper en Frankfurt. 28-08.07

Ein neuer Blickwinkel: Gustavo Dudamels Einspielung der Symphonien Nr. 5
und
Nr. 7 von Beethoven mit dem Simon Bolivar Youth Orchestra
Venezuela (DG)

Gustavo Dudamel wurde 1981 in Barquisimeto/Venezuela geboren. Im Alter von 18
Jahren wurde er 1999 zum Chefdirigenten des Orchestra Sinfónica Bolivár ernannt,
des staatlichen venezolanischen Jugendorchesters. In diesem Orchester musizieren
die besten Kinder und Jugendlichen aus den 200 Orchestern in Venezuela, die einem
Netzwerk angehören. Initiator des Konzepts ist UNESCO-Botschafter Juan Antonio
Abreus. 1975 gründete er die Stiftung FESNOJEV, eine Staatsstiftung zur Förderung
der nationalen Kinder- und Jugendorchester Venezuelas und erhielt dafür den alter-
nativen Nobelpreis. Die Stiftung hat zum Ziel, Kindern einen neuen Lebens-Mittelpunkt
zu geben, der eben nicht Elend, Gewalt und Drogen heißt. Besonders Kinder aus sozialen Brennpunkten erhalten hier eine einzigartige Förderung;durch die Musik wird ihnen ein Weg gezeigt und eine Perspektive gegeben.Instrumente,Unterricht und Orchesterarbeit werden über die Stiftung finanziert.
2004 gewann Dudamel den 1. Gustv-Mahler-Dirigentenwettbewerb der Bamberger
Symphoniker. Im Jahre 2006 nahm Dudamel seine erste CD für Deutsche Grammophon auf, die Symphonien Nr. 5 und Nr. 7 von Beethoven.
"Dies ist zur Zeit das wichtigsteEreignis in der Welt der klassischenMusik überhaupt."
(Sir Simon Rattle) Es ist durchaus ein Risiko, gleich mit der ersten CD mit zwei so
bekannten Werken, wie den Symphonien Nr. 5 und Nr. 7 von Beethoven ins Rampen-
licht zu treten. Aber dieses Debut war mehr als lohnend: Den ersten Satz geht Dudamel kompromisslos schroff an. Er hält beim sogenannten "Schicksalsmotiv" auf dem Es keine Fermate und die Fermate auf D äußerst kurz und vermeidet dadurch,aus dem Tritt und in ein falsches Pathos zu kommen. Der Orchestersatz ist trotz konventioneller Spielweise äußerst transparent.Das Andante nimmt er zwar ruhig, vermeidet jedoch ein Verschleppen bei den Fortestellen. Im dritten Satz gelingt den jungen Musikern der fugierte Trioteil so brillant, wie man ihn allenfalls bei Carlos Kleiber hört. Der Schlußsatz ist im Tempo straff, und die Schlußstretta begeistert durch viruosen Schwung. So kann man dieses bis zum Überdruß strapazierte Stück endlich wieder einmal neu erleben.
Ebenso gelungen ist die Symphonie Nr. 7 in A-Dur. Besonders faszinierend gelingt den Südamerikanern der dritte und vierte Satz. Da wird einem beim Hören endlich bewusst,warum Franz Liszt den Finalsatz der Siebenten "die Apotheose des Tanzes" nannte.
Gustavo Dudamel spielt zum >AUFTAKT 2007<. mit dem Simon-Bolivar-Youth-Orchestra of Venezuela in der Alten Oper Frankfurt am 28. August 2007 Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55, sowie Bernsteins Sinfonische Tänze aus "West Side Story" und Werke südamerikanischer Komponisten.
(Martin)

Comments for this entry:

  1. quoteMr Anonymous wrote at Jul 25, 2008 at 03:21 o\clock:Mi aleman, si bien entiendo algo, es malisimo. Podrian traducirlo al castellano, o por lo menos ingles? Gracias.
  2. quoteVenezuela wrote at Jul 25, 2008 at 10:16 o\clock:Con gusto, apenas tenga un tiempo
    Un saludo

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