Letharia

08.12.2006 um 21:44 Uhr

Ein interessanter Abend

von: Letharia   Stichwörter: besoffen, peinlich, menschenfreundlich

Stimmung: entsprechend den Stichwörtern...
Musik: Deep House, Soundtrack Tank Girl

War schon ein sehr interessanter Abend gestern. Habe mich in der Erwartung, dass es nach Düsseldorf geht mit meinen Stiefelchen, Jeans und Blüschen zurechtgemacht und war dann so halb verkleidet mit meinen neuen Arbeitskollegen (->GASTRO!!!Verrückt) was trinken. Es wurde ziemlich heftig, für mich zumindest, da ich meine Mangelernährung an diesem Tag unterschätzt habe und einen dementsprechend besoffenen Abend verbracht habe. Nach 0,8 l Bier 0,3 l Cuba libre und anschließenden 0,4 l Bier ging es mir so schlecht, dass ich die Treppe in dem Club beinahe heruntergeflogen bin. Trotz zweier Versuche habe ich die Treppe dann jedoch ohne Verletzungen hinter mich gebracht. War mir nach dieser kleinen Stunteinlage sicher, dass es besser wäre nach hause zu gehen und bin dann auf diesen unangenehmen Schuhen nach hause gestöckelt. Auf halben Wege war es doch sehr verlockend die Nacht in der Wohnung meines Freundes zu verbringen um die 15 Minuten weiterer Stöckelqualen zu vermeiden. Die einzige Tatsache die mich von dieser hervorragenden Idee abbrachte war, dass ich genau wusste, dass wenn ich mich in diesem Zustand ins Bett legen würde, auch kotzen unvermeidlich wäre. Also ging es weiter. Klack. Klack. Klack. Kurzes Nachdenken , ob ein Kaffee in meiner Stammkneipe Abhilfe schaffen könnte. Entscheidung, dass auch dort die Kotzgefahr zu hoch war und es dort maßlos peinlich wäre. Zu hohes Risiko! Neben erstere Gefahr war auch das Einschlafrisiko recht hoch. Also weiter. Klack. Klack. Klack. Als ich nur noch fünf Minuten Weg vor mir hatte wurde mir klar, dass auch dieser zusätzliche Spaziergang um halb fünf Uhr morgens bisher keinen Einfluß auf die drohende Gefahr des Rückwärtsessens hatte. Ich wünschte mir jemanden herbei der mich noch ein halbes Stündchen ablenken und mich so vor einer richtig peinlichen Aktion bewahren würde. Und wie es so ist- hatte ich wieder Glück und wurde angesprochen. Keine Ahnung wie seine Masche genau war, auf jeden Fall war sie nicht besonders vielversprechend, irgendwie dreist und auch wenn ich mich eigentlich schon zum Gehen gewandt hatte drehte ich mich noch einmal um und fragte ihn was er sich eigentlich von so etwas verspreche. Die Antwort war natürlich entsprechend platt. "Ficken" Na gut... nicht das Niveau auf dem ich gerne in meine Gespräche beginne, aber zur Ablenkung reicht so etwas locker aus. Außerdem hatte ich mir schon lange einmal vorgenommen mit so jemandem der mir mit so richtig blöden Sprüchen kommt über seine Beweggründe und die Gedanken die er sich bei so etwas macht zu sprechen. Es wurde dann auch recht interessant ich musste mich zwar häufig gegen seine recht plumpen Annäherungsversuche zur Wehr setzen, aber eigentlich schien er doch ein netter , wenn auch betrunkener und bekiffter Typ zu sein. (5er am Tag) Insgesamt bin ich mit mir und meiner Haltung in diesem Gespräch sehr zufrieden. Ich war überraschend selbstsicher und habe ihn nett, aber doch sehr bestimmt in seine Schranken gewiesen. Untypisch für mich. Zu häufig lasse ich blöde Sprüche und Beleidigungen über mich ergehen, aber gestern hat es gut funktioniert. War insgesamt echt nen netter Kerl mit gewissem Tiefgang-nur leider schwanzgesteuert. Habe ich ihm das auch gesagt. Er hat es nach einigen erfolglosen Dementi dann auch zugegeben, dass ich nicht ganz unrecht damit hatte. Insgesamt haben wir mit Sicherheit ne halbe Stunde in der Kälte gesessen. Er war- glaube ich- etwas enttäuscht schließlich hatte er keinen Sex mit mir. Aber mir hat es auf jeden Fall etwas gebracht. 1. Ich weiß jetzt was zumindest was in einem von diesen Köpfen abgeht, die mir so häufig ein Rätsel sind. (Erschreckend simpel- Sex) 2. und noch viel wichtiger: Ich musste nicht kotzen! Ein erfolgreiches Gespräch.

G. & K.

Letharia

05.12.2006 um 15:23 Uhr

So langsam wird es besser

von: Letharia   Stichwörter: Gleichgewicht

Stimmung: ausgeglichen
Musik: Subway to Sally

So, los geht's. Mir geht es besser, allerdings beginnt wieder eine kleine Grübelphase in der ich alles was ich tue in Frage stelle. Diese Lebensinventur bringt jedoch erstaunlich wenig Schlechtes zutage. Durch einen neuen Job habe ich endlich etwas mehr Energie in meinem Blut. Schaffe es bisweilen sogar zu lernen und glaube, dass sich das in Zukunft noch stark verbessern wird. Die Trägheit nimmt lansam Abschied. ENDLICH!!! Mein Umfeld verändert sich durch diesen neuen Job natürlich auch. Habe noch nie bei einer Arbeit so viele nette, unkomplizierte Menschen getroffen. Das könnte mich mal nach vorne und in Gesellschaft bringen. Es sit sehr schön festzustellen, dass ich endlich bereit bin Menschen an mir und meinem Leben teilhaben zu lassen. Allerdings steht mir wohl auch eine Trennung bevor. Mit etwas glück wird diese sich aber schleichend vollziehen. Was mir sehr recht ist, da mjir Trennungen im Allgemeinen sehr schwer fallen. Jemandem zu sagen, dass er nicht mehr ins eigene Leben passt und eher eine Last, denn eine Bereicherung darstellt ist aber ja auch mehr als unangenehm. Leider bin ich in solchen Situationen nicht dazu bereit fadenscheinige Begründungen vorzuschieben, also ist das was ich sage, wenn es denn soweit ist ziemlich hart und wird von der betroffenen Person als kalt und gemein empfunden. Ist es ja auch- ich weiß.... Aber ich kann nicht anders. Aber da muss jeder durch, der sich mit mir einlässt. Ich will meine Ansprüche an die Menschen mit denen ich Lebenszeit verbringe nicht herunterschrauben. Zumal sich auch zeigt, dass es doch so einige gibt, die dasselbe suchen und brauchen wie ich. Jahrelang hatte ich nicht eine einzige Person von meinem Schlag. Mittlererweile sind es drei. Was will man mehr? Es geht doch vorwärts.

G & K

Letharia